Karl Heinrich Waggerl |
1 Die Herrschenden zimmern ihren Thron nicht mehr selber. Darum wissen sie auch nicht, wo er brüchig ist. |
2 Ein Fremdwort ist wie ein unscharfes Photo. |
3 Eine halbe Wahrheit ist nie die Hälfte einer ganzen. |
4 Es ist erstaunlich, wie vorurteilsfrei wir zu denken vermögen, wenn es gilt, eine Dummheit vor uns selbst zu rechtfertigen. |
| 5 Leute, die nichts von sich halten, sind auch schlechte Menschenkenner. |
6 Man nimmt dem Menschen das Beste, wenn man ihn von seinen Fehlern trennen will. |
| 7 Man soll das Schicksal nicht mit Vorschlägen verärgern. Es legt zuviel Wert auf seine eigenen Einfälle. |
8 Mir gefallen auch unter den Menschen die Ruinen besser als die Museen. |
9 Seine Fehler verzeihen wir dem Nächsten lieber als seine Vorzüge. |
| 10 Was die Gesellschaft öffentliche Meinung nennt, heißt beim einzelnen Menschen Vorurteil. |
11 Wenn ich meinen Nächsten verurteile, kann ich mich irren, wenn ich ihm verzeihe, nie. |
12 Wer nichts Böses tut, hat damit noch nichts Gutes getan. |
13 Wie oft wird das Gute durch die verwerfliche Art, es öffentlich zu machen, wieder entwertet. |