Jean Paul |
1 Das Alter ist nicht trübe, weil darin unsere Freuden, sondern weil unsere Hoffnungen aufhören. |
2 Das große unzerstörbare Wunder ist der Menschenglaube an Wunder. |
3 Der Besitz macht uns nicht halb so glücklich, wie uns der Verlust unglücklich macht. |
4 Der Furchtsame erschrickt vor der Gefahr, der Feige in ihr, der Mutige nach ihr. |
5 Der Mensch wird wie der Stahl hart - durch öfteres Abkühlen nach Erhitzung. |
6 Der Spaß ist unerschöpflich, nicht der Ernst |
7 Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation. |
8 Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können. |
9 Die Liebe ist das Leben des Weibes, aber eine Episode im Leben des Mannes. |
10 Die Probe eines Genusses ist die Erinnerung. |
11 Die Zeit ist eine Larve der Ewigkeit. |
12 Die schlimmsten Fehler macht man in der Absicht, einen Fehler gutzumachen. |
13 Fern von Menschen wachsen Grundsätze, unter ihnen Handlungen. |
14 Jeder Fachmann ist in seinem Fach ein Esel. |
15 Kinder und Uhren dürfen nicht ständig aufgezogen werden, man muß sie auch gehen lassen. |
16 Man gibt seine Kinder auf die Schule, daß sie still werden, auf die Hochschule, daß sie laut werden. |
17 Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten. |
18 Mut besteht nicht darin, daß man die Gefahr blind übersieht, sondern darin, daß man sie sehend überwindet. |
19 Wer die Laterne trägt, stolpert leichter als wer ihr folgt. |