1

Alle großen Wahrheiten waren anfangs Blasphemien.
2

Auch Schlafen ist eine Form der Kritik, vor allem im Theater.
3

Bildung zeigt sich bei Mann und Weib darin, wie sie sich streiten.
4

Darin besteht ja die Teufelei weiblicher Reize, daß sie einen zwingen, sein eigenes Verderben herbeizusehnen.
5

Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, daß wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen.
6

Der Historiker ist ein Reporter, der überall dort nicht dabei war, wo etwas passiert ist.
7

Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie paßten auch heute noch.
8

Der vernünftige Mensch paßt sich der Welt an; der unvernünftige besteht auf dem Versuch, die Welt sich anzupassen. Deshalb hängt aller Fortschritt vom unvernünftigen Menschen ab.
9

Die Liebe zur Ehrlichkeit ist die Tugend des Zuschauers, nicht der handelnden Personen.
10

Die Moden sind eigentlich nur eingeführte Epidemien.
11

Eines der traurigsten Dinge im Leben ist, daß ein Mensch viele gute Taten tun muß, um zu beweisen, daß er tüchtig ist, aber nur einen Fehler zu begehen braucht, um zu beweisen, daß er nichts taugt.
12

Es ist eine leichte Sache, hungernde Menschen zu bekehren, wenn man ihnen entgegenkommt mit der Bibel in der einen und einem Stück Brot in der anderen Hand.
13

Es stimmt, daß Geld nicht glücklich macht. Allerdings meint man damit das Geld der anderen.
14

Für einen Politiker ist es gefährlich, die Wahrheit zu sagen. Die Leute könnten sich daran gewöhnen, die Wahrheit hören zu wollen.
15

Frauen sind wie Übersetzungen: Die schönen sind nicht treu, und die treuen sind nicht schön.
16

Gedanken springen wie Flöhe von einem zum anderen, aber sie beissen nicht jeden.
17

Geld ist nichts. Aber viel Geld, das ist etwas anderes.
18

Glück ein Leben lang! Niemand könnte es ertragen: Es wäre die Hölle auf Erden.
19

Glück ist ein Stuhl, der plötzlich dasteht, wenn man sich zwischen zwei andere setzen will.
20

Haß ist die Rache des Feiglings dafür, daß er eingeschüchtert wurde.
21

Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, daß man die kompliziertesten Dinge auf einfache Art zu erläutern versteht.
22

Inmitten eines beschränkten Volkes wird ein Genie zu einem Gott: Jedermann betet es an, und niemand tut, was es will.
23

Liebe ist die einzige Sklaverei, die als Vergnügen empfunden wird.
24

Menschen, die sich überall zu Hause fühlen, wenn sie verreisen, verdienen auch sonst nicht viel Vertrauen.
25

Patriotismus ist die Überzeugung, daß unser Vaterland allen anderen Ländern überlegen ist, weil wir darin geboren wurden.
26

Um die Wahrheit zu erfahren, muß man den Menschen widersprechen.
27

Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben.
28

Wenn du damit beginnst, dich denen aufzuopfern, die du liebst, wirst du damit enden, die zu hassen, denen du dich aufgeopfert hast.
29

Wenn ein Mensch einen Tiger tötet, spricht man von Sport. Wenn ein Tiger einen Menschen tötet, ist das Grausamkeit.
30

Wenn ich scherzen will, sage ich die Wahrheit. Das ist immer noch der größte Spaß auf Erden.
31

Wer Zahnweh hat hält jeden, dessen Zähne gesund sind, für glücklich. Der an Armut Leidende begeht denselben Irrtum den Reichen gegenüber.
32

Wir haben nicht mehr Recht, Glück zu empfangen, ohne es zu schaffen, als Reichtum zu genießen, ohne ihn zu produzieren.
33

Zu großes Ansehen ist für die geistige Gesundheit nicht gut.

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